Digitale Ersterschließung und Schutzdigitalisierung des künstlerischen und dokumentarischen Nachlasses von Carl Orff
Seit Anfang des Jahres kommt ein modularer Aufsichtsscanner Zeutschel OS A2+ mit Durchlichteinheit zum Einsatz. Er ermöglicht die hochwertige Digitalisierung unterschiedlichster Materialien – von Einzelblättern, Dokumenten, Partituren und Fotografien bis hin zu Negativen, Glasplatten und großformatigen Skizzen. Die Bildaufnahme erfolgt mit einer hochauflösenden Digitalkamera und einer LED-Vollspektrumbeleuchtung. Die Aufnahmesoftware OmniScan übernimmt die automatisierte Kalibrierung der Kamera- und Bildverarbeitungsparameter sowie die projektbezogene Optimierung von Belichtung, Farbtreue und Shading. Ergänzt wird der Workflow durch eine automatische Qualitätsprüfung jedes Digitalisats sowie ein lichtgeschütztes Aufnahmezelt zur Minimierung äußerer Lichteinflüsse. Die Einhaltung der Digitalisierungsstandards ISO 19264-1, FADGI und Metamorfoze gewährleistet eine reproduzierbare und normgerechte Bildqualität. Damit werden sowohl konservatorische Anforderungen als auch die Voraussetzungen für eine wissenschaftliche Nachnutzung erfüllt. Das Workflow- und Metadatenmanagement erfolgt mit der Open-Source-Softwaresuite Kitodo. Als Mitglied des Kitodo e. V. beteiligt sich das OZM bereits seit 2015 aktiv an der Weiterentwicklung der Software. Bislang entstanden rund 20.000 Digitalisate; zugleich wurden etwa 12.000 Strukturdaten und 42.000 Metadaten erfasst. Konservatorische Maßnahmen zur Zustandsprüfung, Stabilisierung und fachgerechten Umlagerung begleiten den Digitalisierungsprozess. Als Inhouse-Projekt angelegt, wächst der digitale Nachlass Carl Orffs kontinuierlich: Mit jeder Digitalisierung werden die Bestände sukzessive durch Erschließungsdaten ergänzt und zu einer nachhaltig gesicherten Forschungs- und Wissensressource ausgebaut. (Orff-Zentrum München, Jan Adamiak)
