Das Archiv des Orff-Zentrums München

Der Nachlass von Carl Orff ist dank der Voraussicht des Komponisten und des Engagements seiner Frau Liselotte (1930–2012) zusammenhängend erhalten. Im Archiv des Orff-Zentrums München befinden sich der gesamte dokumentarische und ein großer Teil des künstlerischen Nachlasses von Carl Orff als Dauerleihgabe der Carl Orff-Stiftung. Aus konservatorischen Gründen werden die Reinschriften seiner Werke, die handschriftlichen Originalpartituren, in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt. Trotz der beiden Standorte des künstlerischen Nachlasses, bietet die Geschlossenheit des Gesamtbestandes einen sehr differenzierten Einblick in Leben, Wirken und Werk Carl Orffs. Darüber hinaus wurde und wird der Nachlass durch eine aktive Sammeltätigkeit erweitert und ergänzt.

© Orff-Zentrum München

© Orff-Zentrum München

© Orff-Zentrum München

© Orff-Zentrum München

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Im Einzelnen setzt sich der Nachlass aus folgenden Erschließungsgruppen zusammen:

Autographe Partituren

Die rund 70 handschriftlichen Originalpartituren von Carl Orff werden als Depositum der Carl Orff-Stiftung in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt. Die entsprechenden Katalogeinträge lassen sich über den OPACplus finden. Die Digitalisate der Autographen können auf Anfrage nur im „Lesesaal Musik Karten und Bilder“ eingesehen werden.

Im Orff-Zentrum München stehen Mikrofilme von diesen Partituren zur Verfügung.

Bibliothek und Notenarchiv

Carl Orffs umfangreiche Bibliothek und sein Notenarchiv werden im Orff-Zentrum München sowie in seinem Arbeitshaus in Dießen aufbewahrt. Im Orff-Zentrum München befinden sich dabei nur ein kleiner Teil seiner Bibliothek und die Handexemplare seiner eigenen Werke.

Die Bibliothek umfasst neben Weltliteratur, Lexika und Veröffentlichungen zu speziellen Themen in Literatur-, Kunst- und Kulturgeschichte vor allem musiktheoretische Schriften sowie Bücher und Zeitschriften zur Musik-/Theatergeschichte, -theorie, -pädagogik und -wissenschaft.

Zum Nachlass gehört auch eine Reihe von Magisterarbeiten und Dissertationen, die zu Orffs Lebzeiten verfasst worden sind.

Im Notenarchiv befinden sich Korrektur- und Handexemplare seiner Werke sowie Partituren und Klavierauszüge vor allem von Opern und Vokal- und Orchesterwerken von Orlando di Lasso, Claudio Monteverdi, Johann Sebastian Bach über Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Richard Wagner und Richard Strauss bis hin zu Werken der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts von György Ligeti und Krzysztof Penderecki.

Die Bibliothek und das Notenarchiv sind in einer internen Datenbank erfasst, die nur im Orff-Zentrum München einsehbar ist.

Lebens- und Werkdokumente

Im Nachlass befinden sich persönliche Dokumente wie Zeugnisse, Urkunden, Kalender sowie Werkdokumente z.B. handschriftliche Notizen und Textentwürfe zu Vorträgen, Aufsätzen und zur 8-bändigen Dokumentation „Carl Orff und sein Werk“.

Korrespondenz

Carl Orff korrespondierte mit vielen Persönlichkeiten aus dem musik- und theaterpraktischen sowie musikpädagogischen Bereich, mit Persönlichkeiten und Institutionen aus Gesellschaft und Politik.

Die Sammlung der rund 40.000 hand- oder maschinenschriftlichen Briefe, Ansichtskarten und Telegramme schließt auch den Briefwechsel des Komponisten mit dem Schott-Verlag ein, der 2014 mit den Briefen aus dem, von der Carl Orff-Stiftung angekauften Carl Orff betreffenden Bestand des Verlags Schott Music, ergänzt wurde.

Die gesamte Korrespondenz ist in einer internen Datenbank erfasst.

Pressearchiv

Das Pressearchiv (Print- und elektronische Medien) umfasst sämtliche verfügbare Artikel zum Werk und Schaffen Carl Orffs. Es gliedert sich in zwei Teile: die Sammlung von 1921 bis 1982 und die Sammlung ab 1983. Erstere stammt aus dem Nachlass des Komponisten; Letztere wird von der Carl Orff-Stiftung besorgt und regelmäßig dem Orff-Zentrum zur Archivierung übergeben. Jährlich gelangen auf diesem Wege rund 1300 Artikel ins Pressearchiv, werden dort nach Werk- und Themengruppen sortiert und schließlich in einer Datenbank nutzbar gemacht.

Fotoarchiv

Das Fotoarchiv umfasst Fotos aus Carl Orffs Kinder- und Jugendzeit, Familienfotos sowie ca. 650 Porträtaufnahmen. Eine Vielzahl von Fotos zeigt Carl Orff mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und bei besonderen Anlässen. Proben-, Szenen- und Aufführungsfotos seiner Werke bilden die damalige Theater- und Konzertpraxis sehr lebendig ab.

Im Nachlass befinden sich auch Fotos, die die stete Anstrengung und intensive Arbeit verdeutlichen, das Orff-Schulwerk national und international zu verbreiten. Das sind z. B. Fotos mit Carl Orff, Gunild Keetman (1904-1990) und Godela Orff (1921-2013) bei Rundfunkaufnahmen oder Fotos von Veranstaltungen und Schulwerk-Kursen am Orff-Institut Salzburg sowie Kursen im In- und Ausland.

Eine eigene Bestandsgruppe innerhalb des Fotoarchivs bildet die große Fotosammlung der Günther-Schule. Diese Sammlung dokumentiert den Unterricht an dieser Schule, aber auch die vielen Auftritte der Tanzgruppe und des Tanzorchesters unter der Leitung von Dorothee Günther (1896-1975), Maja Lex (1906-1986) und Gunild Keetman.

Die interne Datenbank des Fotoarchivs befindet sich noch im Aufbau.

Medienarchiv

Das Medienarchiv umfasst rund 2800 Bild- und Tonträger, darunter Einspielungen der Werke Carl Orffs von 1935 bis in die heutige Zeit, aber auch Tonbänder, Filme und Videoaufnahmen von Interviews und Rundfunksendungen mit Carl Orff.

Das Medienarchiv ist in einer internen Datenbank erfasst.

Programmheftsammlung

Diese Sammlung gibt mit rund 2200 Programmheften, Ankündigungen, Einlegeblättern und Programmübersichten der Ur- und Folgeaufführungen ein klares Bild der Aufführungsgeschichte der Werke von Carl Orff. Mit dem Jahr 1921 beginnend, wurde sie auch nach seinem Tod weiter ergänzt und wird bis in die Gegenwart aktualisiert. Darüber hinaus führt das Orff-Zentrum München, unabhängig von den vorhandenen Programmheften, eine Aufführungsstatistik.

Die Programmhefte sind in einer internen Datenbank erfasst.

Aufsatzsammlung

Carl Orff hat zahlreiche Aufsätze verschiedener Autoren zu seinem Leben und Werk gesammelt. Hauptsächlich erschienen diese Aufsätze in Musikzeitschriften. Die Aufsätze sind in einer internen Datenbank erfasst.

Plakatsammlung

Im Nachlass befinden sich Plakate der Uraufführungen und Folgeaufführungen im In- und Ausland der Werke von Carl Orff. Die Sammlung ist unvollständig überliefert und noch nicht katalogisiert.

Instrumentensammlung

Die Instrumentensammlung von Carl Orff weist hauptsächlich Schlaginstrumente und außereuropäische Instrumente auf, die er in seinen Bühnenwerken und Schulwerk verwendet hat. Davon sind nur wenige im Orff-Zentrum München, die meisten werden nach wie vor im Arbeitshaus in Diessen aufbewahrt. Seit 2012 können einige Instrumente in der Sammlung Musik des Münchner Stadtmuseums besichtigt werden, wie z.B. das Steinspiel und die japanischen Instrumente Bin Sasara, Sake-Faß und Taiko.

Skizzensammlung

Die Skizzensammlung enthält autographe Entwürfe zu seinem Bühnenwerk, zur Orchester- und Kammermusik sowie zu seinen Liedern. Mit annähernd 100 Mappen, die z.T. mit Skizzenblättern in dreistelliger Höhe gefüllt sind, liegt für diese Sammlung eine Groberschließung vor.

Schulwerksammlung

Die Schulwerksammlung umfasst 67 Mappen mit Autographen von Schulwerk-Stücken von Carl Orff und Gunild Keetman (1904-1990), dazugehörige Entwürfe, Texttyposkripte und Druckausgaben der diversen Schulwerkbände. Diese Sammlung ist grob erschlossen.

Familienarchiv

Eine besondere Bestandsgruppe innerhalb des Nachlasses von Carl Orff bildet das Archiv der weitverzweigten Familie Orff. Von dieser alteingesessenen bayerischen Offiziers- und Gelehrtenfamilie sind sehr viele historisch interessante Dokumente überliefert, die bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreichen.

Das Familienarchiv ist über ein Repertorium erschlossen.

Bühnenbildentwürfe, Modelle und Figurinen

Mit Aufführungen von Orffs Bühnenwerken verbinden sich so renommierte Namen wie Jean Pierre Ponnelle, Helmut Jürgens, Hubert Aratym, Caspar Neher oder Josef Svoboda. Von diesen und vielen weiteren Künstlern befinden sich im Archiv des Orff-Zentrums München originale Bühnenbildentwürfe und -modelle, Figurinen und Aufführungsskizzen, darunter auch Uraufführungsdesigns zu Die Kluge oder Ein Sommernachtstraum.